"zu Spät"

Pater Martin war 12 Jahre lang Abt in Einsiedeln, lebt heute als gewöhnlicher Mönch in Einsiedeln, schreibt Bücher über die Kirche, Texte, die provozieren, nachdenklich machen und auch Hoffnung geben. Er unterrichtet am Gymnasium und nach unserem Gespräch leitete er Exerzitien für die Gemeinschaft. Zu spät sein gibt die Freiheit, die Paläste zu verlassen, Macht abzugeben und als Kirche für die Menschen da zu sein und nicht umgekehrt. «Menschlich gesehen macht es einen grossen Unterschied, ob es fünf vor zwölf ist oder fünf nach zwölf.» Wir können nicht mehr verzweifelt retten, was vielleicht noch zu retten ist, sondern wir müssen uns der konkreten Situation stellen, wir müssen aufbrechen. Kommen Sie mit zu einem sehr aufrichtigen, bescheidenen und sehr tief katholischen Menschen.
Elisa Sprecher